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Lanura OES Langbogen: Kundenfeedback und Upgrade

Wurfarmenden Verstärkungen aus Rinderhorn

Eine ungewöhnliches Vorhaben nahm vor kurzem Matthias, Wildnissport-Kunde und begeisterter traditioneller Bogenschütze in Angriff. Matthias hat sich den Lanura OES Langbogen zugelegt und diesen durch kreative Eigenleistung und handwerkliches Geschick in einen FastFlight-tauglichen Bogen umgewandelt. Hier seine Anleitung:

Fast-Flite Umbau Langbogen Lanura OES

„Nachdem ich mit dem Lanura mehrmals auf einem Parcours war habe ich mich entschieden, ihn Fast-Flight tauglich zu machen. Hier eine kleine Anleitung:

Die größte Belastung durch Fast-Fligt trifft die Tips, die beim Lanura zwar glasbelegt sind, aber von den Dimensionen her keine gute Abschätzung zulassen ob der Bogen Fast-Flight verträgt. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, habe ich meine Tips mit Hornplatten verstärkt.

Dafür habe ich Rinderhornplatten in 4mm Stärke genommen (Wasserbüffelhorn geht auch und 3mm hätten sicher auch gereicht). Man braucht davon nur eine kleine Platte (ca. 16 x 80 mm). Mit einer Raspel habe ich eine ebene Auflagefläche fürs spätere Kleben geschaffen (Rinderhornplatten sind Naturprodukte und deshalb teilweise recht  uneben). Hierbei zunächst quer, später nur noch der Länge nach raspeln (wenn die Raspel auf der ganzen Hornplatte aufliegt wird sie auch komplett eben). Die Auflagefläche wird anschließend mit Schleifpapier geglättet (max. 100er Körnung damit der Kleber später gut eindringen kann).

Anschließend habe ich die Form der Tips grob vorgezeichnet und ausgesägt (am besten mit einem Dremel, bei einer Handsäge ist die Gefahr des Abplatzens von großen Teilen zu hoch). Das Aussägen stinkt höllisch, am besten draußen oder in gut belüfteten Werkstätten machen.

Die Form der Sehnenkerben habe ich mit einer Schlüsselfeile vorgefeilt, hierbei ist darauf zu achten dass keine scharfen Kanten stehen bleiben, die Später die Sehne beschädigen könnten. Als letztes habe ich die Overlays mit dem Schleifaufsatz abgerundet (durch die kurze Eingriffszeit verbrennt hierbei das Horn nicht und es stink auch nicht, aber bitte hier nicht mehr Raspeln sonst können große Stücke abplatzen).

Damit der Kleber gut hält habe ich die Tips des Langbogens ebenfalls angeschliffen. Geklebt werden die Overlays mit Epoxidharz (Zweikomponentenkleber, unbedingt exakt im Verhältnis 1:1 mischen und den übriggebliebenen Rest nach Trocknung auf Festigkeit überprüfen). Zum Fixieren habe ich die Overlays mit Nylongarn an den Tips festgebunden.
Wenn der Kleber getrocknet ist, Sehnenkerben ausfeilen, so dass sie mit den Tipkerben übereinstimmen. Overlays an die Tipform angleichen (schleifen), Bereiche in denen die Sehnenkerbe anliegt runden und Spalte mit Epoxidharz auffüllen.

Als Sehne verwende ich eine flämisch-Spleiss Fast-Flight Sehne (flämisch-Spleiss Sehnen belasten die Tips etwas weniger als Endlossehnen), um die Belastung auf eine größere Fläche zu verteilen, habe ich die Öhrchen noch mit Sehnengarn gewickelt.
Da die Sehne durch die Overlays für gleiche Standhöhe jetzt etwas länger sein muss als die Bogenlänge habe ich die Sehne noch um 5 Umdrehungen ausgedreht.

Der Test

Ich war schon zweimal damit schießen, der Bogen macht das gut mit, geht echt super, spürbar schnellere Pfeile, viel weniger Handschock, etwas lauter als eine Dacron Sehne, aber das kann man mit Geräuschdämpfern beheben.“

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